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XML FAQ |
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| Fachartikel von Frank Huber
XML und die Zukunft des Internet-Publishing Die ganze Welt spricht über XML und inzwischen ranken sich die wildesten Spekulationen und Mythen um die bereits als Internet-Publishing-Standard der Zukunft beschriebene Metasprache. Wir wollen auf die technischen und wirtschaftlichen Implikationen der Plattform XML an dieser Stelle etwas detaillierter eingehen. |
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| Wer definiert den Standard XML formal und wem gehört er?
Welche Kennzeichen hat XML?
Welche Einsatzmöglichkeiten bietet XML heute?
Was heisst XML eigentlich? XML ist eine Abkürzung für "Extensible Markup Language" und beschreibt nichts anderes als eine Metasprache oder Sprache zur Beschreibung von Beschreibungssprachen. XML ist eine Instanz von SGML (Standard Generalized Markup Language) und unterscheidet sich von HTML dadurch, dass es keine Sprache mit einer festen Anzahl von Tags und Attributen ist. Durch die Möglichkeit von XML eigene Tags festzulegen können so komplette Auszeichnungssprachen definiert werden. Die genauen Definitionsdateien oder DTDs (Document Type Descriptions) legen dabei fest, welche Tags mit welchen Attributen wie verwendet werden dürfen. Dabei sind die DTDs individuell an die Bedürfnisse des Publishers anpassbar, da sie frei definiert werden können, so z.B. auf Unternehmensebene oder Branchenebene. Wer definiert den Standard XML formal und wem gehört er? XML ist ein herstellerunabhängiger und offener Standard, der von den entsprechenden Internet-Gremien wie der W3C festgelegt wird. Die dort gemachten Vorschläge werden von Experten geprüft und dann ggf. übernommen und als allen Internet-Usern zugängliche Spezifikation veröffentlicht. Es handelt sich bei XML (ebenso wie im Falle von HTML) um einen nicht-proprietären Standard, der keinem einzelnen Unternehmen gehört. XML wird bereits heute von einer Reihe namhafter Unternehmen (Allaire, IBM, Microsoft, Oracle, SUN, etc.) unterstützt und ist dabei sich als neuer Standard in kürzester Zeit durchzusetzen. Bereits heute unterstützen konkret eine ganze Reihe von Software-Tools, Datenbanken und Office-Paketen den aufkommenden Standard XML. Welche Kennzeichen hat XML? Momentan wird im Internet vorrangig in HTML publiziert. Und das wird in Zukunft auch so bleiben. Denn XML trennt Inhalt und Auszeichnung eines Dokuments und ist somit ein Ansatz zur Strukturierung von Daten. Betrachten Sie einmal eine XML-Datei und sie werden feststellen, daß sich die Struktur des Inhalts in den Tags widerspiegelt, jedoch die Präsentation aussen vor bleibt. Daher werden HTML-Usern XML-Dateien zunächst etwas fremd vorkommen. XML-Dateien machen denn auch für sich betrachtet für layout-orientiert denkende Webdesigner zunächst keinen Sinn. Denn erst die dazugehörigen XSL (Extensible Style Language)- Stylesheets geben der Datei ihr Aussehen, bzw. die noch fehlenden Formatierungsanweisungen. XSL ist, nebenbei erwähnt, ein bewährter ISO-Standard und kann recht schnell erlernt werden. Welche Einsatzmöglichkeiten bietet XML heute? Um es vorwegzunehmen: XML ist ungeeignet, um zwei oder drei Dokumente ins Internet zu stellen. XML ist eine Metasprache, die der Strukturierung von Inhalten und vorzugsweise einer größeren Anzahl von Dokumenten und deren effizienter Nutzung dient. Man könnte XML als eine "strukturierte Art zu Denken" bezeichnen und zwar dahingehend als da man sich vor der Konzeption einer Website Gedanken die Struktur der zu veröffentlichenden Dateien macht. Denn HTML bietet diese Möglichkeiten nicht und nur all zu oft werden unstrukturierte Ansammlungen von HTML-Dateien zum ernsthaften Problem, da Informationen für die Nutzer schwer zu finden und für den Administrator kaum noch zu organisieren sind. Zunehmend verschwinden diese Websites der 1. Generation (statisches HTML) und an ihre Stelle treten Websites der 2. Generation (dynamisches, aus Datenbanken erzeugtes HTML). Doch auch diese Ansätze schleppen Erblasten mit sich umher - ihre Struktur ist zumeist proprietär und hält sich an keine übergreifenden Standards. Diese dynamischen Dokumenteninseln sind dazu meist noch unzureichend strukturiert und verfügen über keine standardisierten Schnittstellen, um Daten zu im- oder exportieren. XML erlaubt nun Websites der 3. Generation (XML-basierend) zu realisieren und die Vorteile des dokumenten- und des datenbankorientierten Ansatzes zu verbinden. XML kann nämlich als Strukturierungsansatz idealerweise dort eingesetzt werden, wo Informationen dynamisch erzeugt werden, da mit XML die Struktur einer Datenbank auf Dokumentenebene abgebildet werden kann. Daneben ist weiterhin ein Denken in Dokumenten und deren Im-/Export in die Datenbank möglich. Als praktisches Beispiel können wir ein Redaktionssystem betrachten: die einzelnen Artikel können an Redaktionsarbeitsplätzen in XML als lokale Dateien erstellt werden. Ist nun ein Artikel veröffentlichungsreif, so kann der Redakteur diesen in eine Datenbank überspielen, wo sie mit einem entprechenden Attribut versehen auf die Freigabe durch den Chefredakteur wartet. Der Chefredakteur kann nun z.B. über das Intranet den Artikel einsehen und zur Veröffentlichung im Internet freigeben. XML wird dabei als Format im Rahmen der Erstellung der Artikel und als Datensatz vom Redaktionssystem verwaltet. Die Redakteure müssen dabei weder XML erlernen, noch die zugehörige DTD kennen, da diese vorab festgelegt wurde. Publiziert wird über einen WWW-Server, der XML in HTML (via XSL-T) on the fly umwandelt und ansprechend gelayoutete Seiten erzeugt. Die Vorteile von XML Die Vorteile von XML liegen auf der Hand. Es entfallen zeitraubende, mit potentiellen Datenverlusten behaftete Umformatierungen von Texten und die Anforderung, sich auf eine Textverarbeitungssoftware eines Herstellers zu einigen. XML ist ein nicht-proprietäres Format, dessen Lesbarkeit von keiner Update-Politik eines Herstellers abhängig ist. Daher ist XML auch ein ideales Archiv-Format. Desweiteren bietet XML die Möglichkeit, Metainformationen wie z.B. Name des Verfassers, Datum der Erstellung, Änderungsdatum, Publikationsname und Stichworte festzulegen. Dies erleichert die Suche enorm, da z.B. ein Verfasser namens Schumacher eindeutig von dem gleichnamigen-Formel 1-Piloten unterschieden werden kann. Durch die Strukturorientierung von XML kann ein Artikel sehr einfach als Datensatz gespeichert werden. Statische XML-Dokumente können so lokal gespeichert, wiedergenutzt und verändert werden und anschließend in einer Datenbank verwaltet werden. XML-Dokumente können so auch wieder mühelos aus der Datenbank generiert werden und z.B. via eMail als Belegexemplar versandt werden. XML eignet sich so gesehen in idealer Weise zum Austausch von Daten über System- und Plattformgrenzen hinweg. So könnten sich z.B. Unternehmen auf eine DTD einigen und verlustfrei z.B. Bestellungs- oder Lieferdaten austauschen. Welche Plattform (ob Linux, Macintosh oder Windows) oder welches Datenbanksystem (ob Informix, Sybase oder Oracle) dabei im einzelnen Unternehmen eingesetzt wird, ist unerheblich. Hinzu kommt, dass XML-Dateien keine Medienbrüche kennen. Ob nun in Print, im Internet oder auf CD publiziert werden soll - mit XML ist das Publishing verlustfrei möglich. So können z.B.Katalogdaten in einer Datenbank für Print und Internet vorgehalten werden, während Endkunden bequem auf CD im Angebot des Herstellers browsen. Ein XML-fähiger Webbrowser genügt. Da XML in einer speziellen Spezifikation (cXML) diesen Datenaustausch gerade im Bereich des eCommerce erheblich erleichert, wird hier der wohl ertragreichste und zukunftsreichste Einsatzbereich von XML zu verzeichnen sein. XML wird sich alsbald als Integrationsplattform für eCommerce-Daten etablieren und als offener Standard die technischen und kulturellen Barrieren von EDI überwinden. Wie kann man das in Euro übersetzen? XML ist aufgrund seiner Struktureigenschaften die ideale Basis für effizientes Dokumentenmanagement. Als Integrations- und Kommunikationsplattform erlaubt XML jedoch nicht nur Produktivitätssteigerungen, sondern erhöht auch die Flexibilität in der Gestaltung und Weiterentwicklung von Systemen. Interne Abläufe und Workflows können so optimiert und beschleunigt werden. Im Ergebnis werden wertvolle Resourcen wie Arbeit und Kapital eingespart. Doch nicht nur die interne Arbeitsorganisation profitiert von der Metasprache XML. Auch externe Informationsflüsse lassen sich durch XML effizienter gestalten. Durch den erleichterten Datenaustausch können Datenbestände gemeinsam genutzt und gepflegt werden. XML ist daher die Grundlage für vollkommen neue Kooperations- und Handelsbeziehungen. Gerade in Branchen, die mit Informationen Geld verdienen, wird XML zur universalen "Daten-Sprache", die es erlaubt die virtuelle Wertkette optimal auszuschöpfen. Gerade in der Informationsbranche, wo über Plattform- und Mediengrenzen hinweg kommuniziert wird, kann XML sein ganzes Potential entfalten. Seien es Nachrichten oder Redaktionsbeiträge, regionale oder überregionale Inhalte, aktuelle oder Archivdaten - XML bietet in jedem Bereich deutliche Vorteile gegenüber existierenden Systemen und Plattformen und erlaubt den reibungslosen Austausch von Daten. So kann XML Verlagen die Infrastruktur für die Erschließung neuer Geschäftsfelder liefern, z.B. durch den Beschluß Datenbestände zusammenzulegen und gemeinsam zu verwerten. Auch dem Einkauf fremder Inhalte oder Zweitverwertung von eigenen Inhalten steht mit XML nichts mehr im Wege. Den Wachstumsbereich schlechthin, eCommerce, wollen wir hier nur am Rande erwähnen. In diesem Bereich wird cXML die Informationseffizienz deutlich erhöhen und Transaktionskosten maßgeblich verringern. Im Ergebnis sind so Umsätze mit verringerten Kostenaufwand möglich. Darüber hinaus bietet XML durch seine Portabilität z.B. von Kundendaten ungeahnte Cross-Selling-Potentiale und erlaubt die profesionelle Realisierung von One-to-One-Marketing-Konzepten. Als offener Kommunikationsstandard dürfte XML sich in kürzester Zeit bei Entwicklern, Herstellern und Anwendern von Internet-Publishing-Tools durchsetzen. Jetzt ist es an den EDV Verantwortlichen und IT-Entscheidern XML als Dokumenten-Standard in Ihrem Unternehmen verbindlich festzulegen. Wir hoffen, Ihnen für diese strategische Entscheidung einige Argumente geliefert zu haben. Frank Huber. Alle Rechte vorbehalten. |
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